Wöchentlich stellt sich Frank Piwecki den Fragen seines Teams, seiner Unterstützer*innen und auch Ihren Fragen, wenn Sie uns diese mitteilen. Schreiben Sie uns gerne an!

Jede Woche donnerstags werden die Antworten auf dieser Homepage veröffentlicht.

Nico: Lieber Frank, heute ist der Jahrestag des angeblichen UFO-Absturzes in Roswell. Ich möchte deswegen die Gelegenheit nutzen, mit dir über Verschwörungstheorien zu sprechen. Was ist das abgefahrenste, das du jemals hören musstest?

Frank: Als gestandener Politiker habe ich eigentlich schon fast alles gehört. Allerdings nenne ich es lieber „Verschwörungsmythen“ Dass es die BRD nicht gibt, dass es die BRD gibt, aber sie eine GmbH ist oder dass ich mir den Klimawandel ausdenke, um Leute mundtot zu machen. Alles grober Unfug, allerdings schwingt es ja oft in verbale und körperliche Gewalt um. Wenn man sich so im Recht fühlt, dass man andere Meinungen nicht mal mehr wahrnehmen kann, ohne Schnappatmung zu bekommen oder sich als einer der wenigen Eingeweihten verfolgt fühlt, kommt man mental in eine Abwehrhaltung. In dieser Echokammer sieht man nur noch Verräter und Feinde und mit zunehmender Radikalisierung steigt auch das Gewaltpotenzial.

Nico: Aber doch nicht in unserem beschaulichen Buchholz, oder?

Frank: Wenn ich an die letzte Kommunalwahl denke, macht mich das schon nachdenklich. Eine erstaunlich starke deutschnationale Partei, deren Namen ich nicht in den Mund nehmen möchte, hatte seinerzeit in Buchholz folgendes plakatiert: „Wir helfen Röhse über den Jordan!“ Das ist ein idiotisches Wortspiel gepaart mit einer handfesten Drohung. Sowas hat in Buchholz nichts verloren. Das hat Herr Röhse nicht verdient, bei allem, was uns politisch trennt.

Nico: Wie ist denn eigentlich dein persönliches Verhältnis zu Herrn Röhse?

Frank: Herr Röhse ist ein fairer Partner im Wettstreit der Ideen und er setzt ebenso wie ich klare Statements gegen den aktuell erstarkenden Rechtsradikalismus in Deutschland, ohne dabei in typischer CDU-Manier eine Gleichsetzung zu gewissen linken Gruppen in den 1970ern zu konstruieren. An anderer Stelle und da unterscheiden wir uns, ist er schon gefangen im typischen Problemfeld der CDU: Symbolpolitik statt großer Ideen. Die CDU und mit ihr der amtierende Bürgermeister hängen sehr an Dingen, die ihnen Prestige einbringen, weniger am großen Ganzen.

So sehen unsere Kommunalfinanzen aber auch aus.

Das führt dann zu so absurden Situationen, dass aktuelle CDU-Werbevideos, welche die Unterstützung von Vereinen versprechen, während einer Ratsperiode laufen, in der diese Partei beantragt hat, alle Vereinszuschüsse bis zu diesem Jahr komplett abzuschaffen.

Herr Röhse ist weiterhin Mitglied dieser Partei und fügt sich in ihr Programm ein. Das ist sehr schade. Menschlich wird er mir trotzdem sehr fehlen, wenn er abgewählt sein wird. (lacht)

Nico: Das ist eine gute Überleitung zu meiner letzten Frage. Du bewirbst dich gleichzeitig für Stadtrat und Bürgermeisteramt und als Bürgermeister musst du ja das Stadtratsmandat aufgeben. Glaubst du nicht, dass du als Bürgermeister gewinnst?

Frank: Natürlich gehe ich davon aus, dass ich gewinne, immerhin habe ich mit der SPD und mit meinen Unterstützern in Buchholz die besseren Ideen und das bessere Programm hinter mir. Buchholz ist aus gutem Grund meine Wahlheimat und ich möchte gerne meine ganze Kraft, Kreativität und Entschlossenheit einbringen, damit sie auch in Zukunft so vital bleibt.

Wenn die Bürgerinnen und Bürger der Stadt meinen, ich solle das als Bürgermeister tun, dann werden Sie mich auch wählen. Ich werde aber auch gerne als Ratsmitglied die passenden Weichen stellen für Klimaschutz, Zusammenhalt und wirtschaftliche Entwicklung.

Man darf niemals auf seinen eigenen Optimismus hereinfallen. Die Entscheidung tragen die Wählerinnen und Wähler. Ein hanseatischer Kaufmann geht bei Risikobewertungen immer vom ungünstigsten Ergebnis aus und tut dann alles dafür, dass es nicht eintritt. Das ist auch meine Devise und so mache ich Politik.