Tipps vom Macher: Sechs tolle Ideen für Bienenweiden und Blühstreifen
Jeder erfahrene Praktiker weiß: Nicht alles, was man sich vornimmt, gelingt auch.
Mit der passenden Einstellung und dem entsprechenden Know-How verbessert man seine Chancen allerdings enorm. Beides möchte ich gerne mit Ihnen teilen.
Eines aber noch vorweg, damit Sie verstehen, was das hier jetzt eigentlich mit Politik zu tun hat. Schauen Sie mal hier: SPD Buchholz: Wir wollen die Natur nicht nur schützen, wir tun es auch: Schmuddelecken zu Blühflächen!
Nun aber zu sechs Ideen, mit denen Sie Bienen eine Freude machen können, zusammengetragen von meinem Team:
1. Ein Klassiker: Die Heide-Pflanze
Aus gutem Grund nenne ich diese Pflanze gleich als erstes:
Sie kommt bei uns auch regional vor, gedeiht auf unseren Böden sehr gut und schmeckt den lokalen Bienen und Hummeln ganz besonders gut.
Aber Vorsicht! In vielen Gartencentern bekommt man auch gefärbte Heide oder Knospenheide. Gefärbte Heide war mal eine lebendige Pflanze, nun ist es nur noch ein gefärbter toter Gestrüppkadaver. Das verwirrt Bienen und ist ebenso wertlos für sie wie Knospenheide. Die sogenannten Knospenblüher zeigen nämlich immer nur stolz ihre Blüten, öffnen Sie aber nicht, so dass Bienen und Hummeln nicht daran saugen können. Also Augen auf beim Pflanzenkauf!
Bestens geeignet zum Anlegen von Beeten und größeren Flächen im Garten. Wenn die Heide schön dicht wächst, kommt auch kein Beikraut (bzw. Unkraut) mehr durch.
Hier gibt's noch ein paar Tipps von Fachleuten.
2. Unsere erste Wahl zur Aussaat: Phacelia
Mit dieser Pflanze ist das so eine Sache. Sie hat so viele positive Eigenschaften, dass es fast unglaublich ist, dass sie nicht viel bekannter ist.
Phacelia...
- ... bietet unfassbar viel Nektar.
- ... lockert den Boden auf.
- ... ist mit keiner heimischen Gemüseart verwandt und kann daher als Gründüngung im Gemüsebeet eingesetzt werden, ohne die Fruchtfolge durcheinander zu bringen.
- ... saugt überschüssige Nitrate aus dem Boden, die dann wiederum nicht im Grundwasser landen können.
- ... heißt auch "Bienenfreund" oder "Büschelschön", was einfach so nett klingt, dass es mit in die Liste musste.
3. Der unbeliebte Rasenstörer: Rotklee
Den Rotklee kennen viele von uns als Störenfried im Garten: Der Rasen will und will nicht wachsen, der blöde Klee kommt aber immer wieder. Warum ist das so?
Im Gegensatz zu Phacelia und vielen anderen Pflanzen ist Klee sehr geschickt darin, selbst Nitrate zu erzeugen statt welche abzubauen. Dadurch besiedelt er auch teilweise sehr nährstoffarme Bereiche, indem er Stickstoff aus der Luft sammelt und in Nitrate umwandelt.
Er könnte Bienen und Schmetterlingen einiges an Nektar zur Verfügung stellen, wenn er nicht, die "perfekten" Rasenflächen stören würde. Tut er das wirklich?
Auf ausgelaugten Brachflächen jedoch er einiges leisten und die Saat kostet auch nicht viel.
Übrigens: Wenn er sich die Fläche mit Gras teilt, teilt er auch die Nitrate mit den Gräsern. Haben Sie schon mal von einer Rasenfläche geträumt, die sich von selbst düngt? Fragen Sie mal in Ihrem Gartencenter nach!
4. Betörende Düfte für Mensch und Biene: Lavendel
Hier kommt eine Variante, die auch für den Balkon oder auf der Terrasse sehr vielversprechend ist. Durch seine tausend Blüten, stellt der Lavendel auf kleinstem Raum sehr viel Nahrung für ermüdete Stadtbienen zur Verfügung.
In dem Video im Tweet seht ihr mal, wie die kleinen Brummer darauf stehen:
5. Nützlich und lecker: Himbeeren
Für diejenigen, die zu sehr in einer kapitalistischen Verwertungsorientierung festhängen und sich sagen: "Bienen helfen, gut und schön, aber was habe ich davon?", denen sei neben der offensichtlichen Antwort, dass die Bienen uns allen auch an sich helfen, ans Herz gelegt, dass man mit einem Himbeerstrauch (oder mehreren?) nicht nur den Bienen, sondern eben auch sich selbst eine Freude machen kann.
6. Was auch immer da wächst.
Nicht nur bei Jurassic Park gilt: "Das Leben findet immer einen Weg."
Wenn Sie einen Garten haben und einfach mal eine kleine Ecke "verwildern" lassen, also nichts raushacken, keine Pflanzenschutzmittel aufbringen, dann bildet sich ein kleines Stück Natur in ihrem Umfeld. Dort können Marienkäfer in Ruhe Blattläuse mampfen und wenn Sie keine Marienkäfer haben, dann holen sich eben die Bienen den Honigtau, den die Blattläuse so absondern. (Ja, richtig gelesen: Bienen ernähren sich unter anderem von den Sekreten der Blattläuse! Sie übringens auch, wenn Sie Honigtauhonig kaufen...)
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