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Frank Piwecki, März 2021 Foto: F. Piwecki

13. September 2021: Kommunalwahl Buchholz - Die Konflikte des Wahlkampfs haben einen klaren Sieger: Die Konflikte haben gewonnen.

Ein ernüchternder Morgen folgt auf diesen spannenden gestrigen Wahlabend. Jan-Hendrik Röhse und seine CDU konnten jeweils die meisten Stimmanteile erringen.

Ich gratuliere den Wahlsiegern und möchte mich für recht fairen, wenn auch nicht immer ganz wahrhaftigen Wahlkampf, bedanken.

Außerdem einen herzlichen Dank an die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer, die bis in die tiefe Nacht hinein noch Stimmen ausgezählt haben.

Last but not least möchte ich mich an dieser Stelle nochmals aufs allerherzlichste bei meinen Wähler:innen, meiner Partei und meinem Team bedanken, die mich durch den Wahlkampf und den gestrigen Abend begleitet haben. Ich gebe es offen zu:

Da hatten wir uns alle mehr erhofft.

Keine dreißig Stimmen haben entschieden, ob es zu einer Stichwahl in zwei Wochen kommt oder nicht. Gerade die Unterschiede zwischen den Ergebnissen der Briefwahlen und den Ergebnissen an den Wahlurnen zeigt, dass sich unser Wahlkampf bezahlt gemacht hat, dass wir Leute umstimmen, aufklären und motivieren konnten, mit uns gemeinsam in die Themen einzusteigen und lösungsorientiert zu debattieren.

Ich kam in den vergangenen Wochen nicht umhin zu bemerken, dass ich nicht nur Wahlkampf für mich und meine Partei, sondern auch gegen eine Stimmung machen musste, in der sich Ortsumfahrungsgegner und -befürworter messerwetzend gegenüberstanden. Statt der Suche nach Kompromissen gab es eine Mentalität des „Wer-nicht-für-mich-ist-ist-gegen-mich“. Das macht mich betroffen und ich hoffe, wir kommen nun wieder zu einem nachbarschaftlichem Miteinander zurück.

Wenn Sie meine persönliche Stimmung einfangen wollen, kann ich Ihnen sagen: „Na klar, bin ich durchaus enttäuscht.“

Es ist allerdings zwischenzeitlich etwas passiert, was mich wieder in die Wirklichkeit zurückgeholt hat:

Ich habe heute morgen ein wenig rumtelefoniert, wollte mal schauen, wie es einigen sehr engagierten Mitgliedern meines Teams am „Tag danach“ so geht. Es war ein langer Abend, allein das Wahlergebnis zur Bürgermeisterwahl dauerte bis kurz vor 22 Uhr, viele warteten noch auf weitere Ergebnisse aus dem Stadtrat, den Ortsräten und dem Kreistag. Demnach waren wir alle sehr, sehr spät im Bett und gut geschlafen haben vermutlich die wenigsten. Am Telefon erzählte mir dann jemand aus meinem Team, dass er schon seit 5 Uhr wieder auf den Beinen ist, weil sein Hund krank sei und das kleine Fellknäuel eben nicht schlafen konnte.

Dabei wurde mir eines klar:

Wir sind die SPD. Wir kümmern uns um die Menschen, um die großen Probleme und um die kleinen. Ja, man ärgert sich über manche Wahlergebnisse, ist mal enttäuscht, aber in unserer Stadt sind immer noch Menschen mit echten Problemen. Menschen, die sich keine angemessene Wohnung leisten können, Menschen, die nicht wissen, wie sie die nächste Tankfüllung bezahlen, um zur Arbeit zu kommen, Menschen, die kranke Angehörige pflegen. Wir haben immer noch massiv Staus in der Stadt, immer noch Coronamaßnahmen, immer noch ein Loch in der Stadtkasse und immer noch zwei verschiedene politische Lager, die sich gegenseitig blockieren.

Die SPD ist zur Wahl mit dem Versprechen angetreten, dass wir uns kümmern und wir kümmern uns.

Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen.

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